Legionellen: Aktiv werden für Hygienestandards in Pflegeheimen

Dem Auftreten von Legionellen und Noroviren in Krankenhäusern und Pflegeheimen treten gleich mehrere Thüringer Pflegeeinrichtungen mit dem Heidelberger Hygiene-Rating entgegen. Legionellen und Noroviren sind insbesondere für Pflegeheime problematisch, weil die Bakterien bei immungeschwächte Patienten grippeartige Beschwerden bis schwerste Lungenentzündungen mit tödlichem Verlauf hervorrufen können. 

Der Partner für Wasser Experte Mark Peters schult und zertifiziert bundesweit Pflege- und Gesundheitseinrichtungen im Rahmen des Heidelberger Hygiene-Ratings. Speziell im Hinblick auf das Legionellen-Problem betont er:

“Wasserführende Systeme bzw. Wasserversorgungsanlagen in Gemeinschaftseinrichtungen und Gesundheitswesen sind grundsätzlich potentielle Infektions- oder Kontaminationsquellen. Bei der Nutzung der dazugehörigen Leitungsnetze besteht eine besondere Gefahr in der unbemerkten Verbreitung nosokomialer Erreger auf viele Patienten, was zu Ausbrüchen von Legionellose oder Pneumonien durch Pseudomonas aeruginosa führen kann.”

 

Legionellen sind Bakterien, die sich überall dort ausbreiten, wo stehendes Wasser anzutreffen ist. Zum Beispiel in Wasserleitungen, Wasserhähnen, Duschköpfen oder Whirlpools, in denen das Wasser über mehrere Tage steht, aber auch in lüftungstechnischen Anlagen, Luftbefeuchtern oder Klimaanlagen. Die Bakterien gelangen durch das Einatmen von kontaminierten Wassertröpfchen in die Lunge. In Pflegeheimen können Legionellenerkrankungen zum Beispiel dadurch vermieden werden, dass Wasserleitungen überall regelmäßig durchgespült werden und dass das Personal darauf achtet, dass die Heißwassertemperatur über 60 Grad beträgt. Ab dieser Temperatur sterben alle Legionellen ab.

Die Partner für Wasser begrüßen es sehr, dass sich immer mehr Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Krankenhäuser dem Heidelberger Hygiene-Rating unterziehen. Denn durch die regelmäßigen Schulungen, Mitarbeiterbefragungen, unangemeldete Kontrollen und schriftliche sowie mündliche Wissenstests des Heidelberg Hygiene-Ratings können viele Trinkwasserbezogene Hygienerisiken, wie zum Beispiel Legionellen-Erkrankungen durch zu lange in den Leitungen stehendes Wasser, vermieden werden.

Ende des Jahres 2017 begannen sich die Meldungen zu Legionellen in Krankenhäusern wieder zu häufen, auch die Kühlanlage des Düsseldorfer Flughafens war vor einem Befall nicht gefeit. Im September hatten im Mühlheimer Krankenhaus 16 Personen eine Lungenentzündung durch Legionellen bekommen, die sich höchstwahrscheinlich durch die Trinkwasserleitungen und Klimaanlage verbreitet hatten. Bereits 2016 hatten Pflegeeinrichtungen im Kanton Baselland schlechte Werte jenseits des Zielwerts für Legionella-Bakterien in Warmwasserboilern geliefert.


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