Smarte Leitungen für bessere Trinkwasserhygiene?

Eine österreichische Firma stattet die Sanitärsysteme eines Krankenhauses und eines Stadions mit intelligenter Technik aus. Smarte Seifenspender senden bei niedrigem Seifenstand ein Signal zum Auffüllen und Lichtschranken an den Eingangstüren messen wann, welche Waschräume besonders hoch frequentiert sind. Technik dieser Art kann auch einen Fortschritt zur Verbesserung von Trinkwasserhygiene bieten.

Während vernetzte Heimgeräte inzwischen in vielen Haushalten zum Alltag gehören, entdecken Dienstleister erst langsam welches Potenzial auch für sie in der Technik steckt. Aus der Cloud sind die gewonnen Daten über PC, Smartphone oder Tablet vom Reinigungspersonal abrufbar. Dank der detaillierten Informationen können Arbeitsabläufe optimiert werden sowie Lagerbestände und Bedarf besser geplant werden. In dieser Hinsicht bietet die Technik enormes Potenzial für Einsparungen und mehr Wirtschaftlichkeit. Da Seifen- und Desinfektionsspender nicht mehr unbemerkt leer gehen, werden Hygienelücken reduziert.

Einen Schritt weiter gedacht, kann mit intelligent vernetzter Gebäudetechnik auch die Trinkwasserhygiene verbessert werden. Klassischerweise entstehen hier Probleme durch mangelnde Informationen über Zustand und Nutzung der Wasserleitungen im Gebäude. Wasserstillstand und Wassertemperatur in der Leitung begünstigen die Bildung gesundheitsschädigender Bakterien, wie Legionellen. Unsichtbar hinter der Wand verborgen, gibt es nur wenig Möglichkeiten unkompliziert an Daten zu gelangen und einzugreifen.

Mit smarter Technik in Leitungssystem, Armaturen und Trinkwasseranlagen könnten zum Beispiel Wasserfluss, Wassertemperatur aber auch Wasserkonsum in den einzelnen Gebäudeteilen kontrolliert werde. Die Gefahr unentdeckter schädlicher Bakterienbildung wird dadurch deutlich reduziert. Besonders in Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge kann dies gleich mehrere Vorteile bringen.

In Krankenhäusern, Kitas und Pflegeheimen ist eine gute Trinkwasserhygiene besonders wichtig. Die Menschen dort haben oft ein geschwächtes oder noch nicht ausgereiftes Immunsystem und sind besonders anfällig für gesundheitsschädigende Bakterien. Oft sind Gebäudekomplexe groß und die Nutzung der Sanitärbereiche unübersichtlich, was die Qualitätskontrolle erschwert. Einfach zu bedienende Kontrollsysteme fördern die Aufmerksamkeit für Trinkwasserhygiene bei den Betreibern, denen oft nicht klar ist, welche Risiken in der Anlagentechnik lauern. Denn durch die mangelnde Sichtbarkeit rutscht das Thema auf der Prioritätenliste oft nach unten.

In Schulen und Vereinen kommt es besonders im Sanitärbereich der Sporthallen häufig zu Legionellenbefall, wenn die Leitungen über längere Zeiträume ungenutzt bleiben. Wird das zum Beispiel an einer zentralen Stelle angezeigt, könnte ein Hausmeister bei Bedarf Abhilfe schaffen und regelmäßig den Hahn aufdrehen. Bestehende Anlagen könnten weiterhin mit geringerem Risiko genutzt werden. Mit einer gründlichen Auswertung der Verbrauchsdaten, können außerdem wertvolle Erkenntnisse über Nutzung und Anforderungen an Trinkwasseranlagen gewonnen werden, die wiederum für künftige Planungen der Wasserversorgung hilfreich sind.


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