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Trinkwasserhygiene: Die Temperatur und die Zeit sind entscheidend

Foto: Carl | cc 2.0 Lizenz

Nicht erst durch verschiedene aufsehenerregende Presseberichte über folgenschwere Ereignisse in Krankenhäusern und Pflegeheimen, auch durch die Anpassungen der Trinkwasserverordnung gerät die Trinkwasserqualität und die damit verbundene notwendige Hygiene immer stärker in den Fokus. Wie kann die Auswahl der Entnahmearmaturen die Hygienemaßnahmen erleichtern und die Trinkwasserqualität positiv beeinflussen?
Im Wesentlichen geht es in einer Trinkwasseranlage aus Sicht der Hygiene darum, bestimmte Temperaturbereiche einzuhalten und das Wasser innerhalb angemessener Zeit zu verbrauchen. Außerdem dürfen verwendete Materialien die Qualität des Wassers nicht mehr als unvermeidbar negativ beeinflussen. Neben der entsprechenden Leitungsführung, der angemessenen Dämmung der Versorgungsleitungen und der sinnvollen Dimensionierung spielt auch die Armaturenauswahl bei der Lösung dieser Probleme eine entscheidende Rolle.

Die verwendeten Werkstoffe haben großen Einfluss auf die Trinkwasserqualität. Daher werden bei hochwertigen Armaturen nur KTW-geprüfte Kunststoffe und das entzinkungsarme Messing MS63 verwendet. Diese Materialien entsprechen den geltenden Vorschriften nicht nur, sondern übertreffen zum Teil auch die geforderten Eigenschaften. Die Materialauswahl wird selbstverständlich immer den sich ändernden Anforderungen angepasst, damit die Produkte zukunftsfähig sind und ihr Produktleben lang genutzt werden können. Jüngstes Beispiel ist hier der galvanische Überzug, der ohne Streuvernickelung der Armatureninnenseiten auskommt.

Um dem Wachstum von Biofilm entgegen zu wirken und den Lebensraum für Mikroorganismen zu minimieren, werden Kunststoffe nach dem DVGW Arbeitsblatt W270 geprüft und erst dann in die Armaturen eingebaut. Neben Standardbrauseschläuchen finden auch DVGW W270 konforme Schläuche Verwendung. Je nach Wunsch können Schlauchentleerungen oder Belüfter für eine Verringerung von stagnierendem Wasser sorgen. Per optionaler Schnellkupplung können Schläuche und Duschen von der Armatur getrennt werden. Ausläufe wandhängender Waschtischbatterien sind in selbstentleerender Ausführung zu empfehlen.

Um einen regelmäßigen Wasserdurchsatz zu gewährleisten, sind viele elektronisch ausgelösten Armaturen mit einer Hygienespülung ausgestattet. Sie sorgt dafür, dass auch selten genutzte Armaturen regelmäßig durchspült werden. Die Häufigkeit dieser Spülung ist im Idealfall wählbar (z.B. 12/24 Std. nach der letzten Benutzung), genauso wie die Dauer dieser Spülung (bis zu 20 Minuten).

Quellen, Literatur: Trinkwasserverordnung, ENEV, DIN 1988, DIN EN 1717, DIN 509030-6,
VDI 6023, „Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“ des Robert-Koch-Instituts

Dieser Beitrag ist erstmalig auf CareTRIALOG.de veröffentlicht worden.

Tanja Ehret

Autor Tanja Ehret

Gründerin und Chefredakteurin vom CareTRIALOG. Hamburg. Expertin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit und hat in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Projekte im Altenwohn- und Pflegeumfeld realisiert.

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