Parlamentarische Anfrage Trinkwasserhygiene in Mecklenburg-Vorpommern

Auf Initiative der Partner für Wasser e.V. hat der Abgeordnete des Landtages Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Koplin (DIE LINKE), eine Kleine Anfrage zur „Hygiene und Trinkwasserhygiene in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern“ auf den Weg gebracht. Die Antworten der Landesregierung datieren von Mitte Juli 2019. Wir haben uns einige Punkte genauer angeschaut und bewertet.

Es gibt viele interessante Hinweise in dieser Antwort. So z.B., dass mehrfach Legionellen aufgetreten sind, und dass alle Kreise in Mecklenburg-Vorpommern sehr unterschiedlich melden, was bedauerlicherweise eine strukturierte Auswertung erschwert.

Eine Befragung der für die Begehung von Pflegeeinrichtungen zuständigen Mitarbeiter ergab u.a.: „unzureichend genutzte Trinkwasserleitungen insbesondere in Zimmern bettlägeriger Patienten, keine Spülpläne vorhanden“. Dieser Zustand birgt in Kombination ein großes Gefahrenpotenzial.

Interessant ist auch eine parlamentarische Drucksache mit der Nummer 7/3312 (Seite 11 in der vorliegenden Antwort) auf die Bezug genommen wird:

Frage: „Wie viele Ärzte absolvierten seit 2016 eine Weiterbildung zum Krankenhaushygieniker?“

Antwort: „Seit 2016 haben 10 Ärzte die Weiterbildung begonnen, nur eine Ärztin hatte bis 2018 abgeschlossen. Aufgrund mangelnder Bewerbungen konnten zwei Weiterbildungsstellen für Krankenhaushygieniker seit mehreren Jahren nicht besetzt werden.“

Hinweis/Bewertung PfW: Die Ausbildung (laut Informationen im Internet) ist innerhalb von 24 Monaten/2 Jahren zu absolvieren. Es Scheint also kaum Druck auf dem Thema zu sein, sonst hätten die restlichen neun Ärzte ja auch schon abgeschlossen.

„Deshalb ist es wichtig, dass in jeder Einrichtung ein Wasser-Sicherheitsplan erstellt wird“

Hinweis dazu seitens der PfW: Der Wasser-Sicherheitsplan (Water-Safety-Plan) behandelt ursprünglich das Konzept eines Trinkwasser-Qualitätsmanagements von der Wassergewinnung und Aufbereitung, über den Transport in das Einzugsgebiet, bis hin zur Bereitstellung des Trinkwassers an der Hauseinführung der Verbraucher. Ziel ist es, durch präventive Risikobetrachtungen die negative Veränderung des Trinkwassers auf dem Weg durch die einzelnen Prozesse zu verhindern und eine hohe Qualität sicherzustellen. Dementsprechend fand bis vor geraumer Zeit der Water-Safety-Plan hauptsächlich Anwendung im Qualitätsmanagement der (großen) Versorger.

Mit der Novellierung der Trinkwasserverordnung und der Verschärfung der Hygienevorgaben in den allgemein anerkannten Regeln der Technik (u.a. DIN 1988, VDI 6023, VDI 3810 etc.), schwappt die Forderung nach einem Qualitätsmanagement auch auf die Gebäudeinstallation über. Hierbei rückt dann natürlich der Health-Care Bereich in den Vordergrund.

Das Umweltbundesamt erläutert das „Water Safety Plan-Konzept (WSP)“ der WHO ausführlich auf seiner Web-Seite:

„Eine Überschreitung des festgelegten Maßnahmenwertes (PfW-Ergänzung: für Legionellen) bedeutet nicht gleich eine sanierungsbedürftige Trinkwasserinstallation.“

Hinweise/Bewertung der PfW: Überschreitungen des Maßnahmewertes können lokalen wie auch systemischen Ursprungs sein. Wird z.B. eine Entnahmestelle nicht ausreichend oder längere Zeit nicht genutzt, kann es gut sein, dass bei der unmittelbaren Beprobung an dieser Stelle der Maßnahmewert weit überschritten wird. Hier ist jetzt nicht unbedingt der Zustand der Trinkwasser-Installation der Grund für die Überschreitung, sondern eher das Nutzerverhalten. Aus der Erfahrung heraus ist es jedoch meistens ein Zusammenspiel aus beiden. In den seltensten Fällen werden in einer Anlage mit Überschreitungen des Maßnahmewertes, egal ob lokal oder systemisch, keine Mängel festgestellt. Genauso heißt es aber nicht, dass in Anlagen ohne Überschreitungen keine Mängel sind. Jede Anlage ist Individuell zu betrachten und im Zusammenhang mit dem Nutzerverhalten zu bewerten.

Konsequenzen IT-Sicherheitsgesetz 2.0 für Gesundheitseinrichtungen

Noch in diesem Jahr soll ein neues IT-Sicherheitsgesetz 2.0 in Kraft treten. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen und weitere Gesundheitseinrichtungen?

In diesem Video-Clip (7 Min.) sehen Sie die Antwort unseres Experten Mark Peters:

Darum ging es bei unserem WebTalk am 15. Juli sowie um die Gefahr von Cyberangriffen auf die Trinkwasserversorgung von Krankenhäusern und inwiefern fehlende Investitionen die Trinkwasserhygiene in Krankenhäusern gefährden.

 


Mark Peters
und die unbequemen Debatten über Wasserhygiene und Cyberrisiken. Kontrovers, hintergründig und lösungsorientiert behandelt er brennende Fragen in der Patientenversorgung. Der Datenschutz- und Hygiene-Auditor betreut mit seinem Team seit 15 Jahren über 3.000 Leistungserbringer im
Gesundheitswesen.


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Gefährdet der Investitionsstau in Krankenhäusern die Trinkwasserhygiene?

In unserem letzten Beitrag ging es um die Gefahr von Cyberangriffen auf die Trinkwasserversorgung von Krankenhäusern.

Hinzu kommt: Krankenhäuser kämpfen bundesweit mit einem Investitionsstau in Milliardenhöhe. Drei Milliarden Euro fehlen laut Schätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Gefährdet das auch die Trinkwasserhygiene in den Häusern?

Dazu sagte Christian Zehetgruber in unserem WebTalk am 15. Juli folgendes (Video-Clip: 5 Min.):

 

Christian Zehetgruber
Als Leiter des Fortbildungszentrums der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH ist er für das branchenweit renommierte Weiterbildungsprogramm des Unternehmens unter anderem für den SHK-Markt (Sanitär, Heizung, Klimatechnik) verantwortlich.

 

Welche Konsequenzen hat das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 für Krankenhäuser, Pflegeheime, Arztpraxen und weitere Gesundheitseinrichtungen?

Dazu mehr in unserem nächsten Beitrag kommende Woche.


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Cyberangriffe auf die Trinkwasserversorgung von Krankenhäusern

Cyberangriffe machen immer wieder Schlagzeilen. Auch Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen geraten zunehmend ins Visier der Angreifer.

Wo besteht die größte Gefahr durch Cyberkriminelle für die Trinkwasserversorgung und -Hygiene in Krankenhäusern?

 
Darüber haben wir in unserem letzten WebTalk am 15. Juli mit unserem Experten Mark Peters gesprochen. Die Antwort finden Sie in diesem kurzen Video-Clip (10 Min.):


Mark Peters
und die unbequemen Debatten über Wasserhygiene und Cyberrisiken. Kontrovers, hintergründig und lösungsorientiert behandelt er brennende Fragen in der Patientenversorgung. Der Datenschutz- und Hygiene-Auditor betreut mit seinem Team seit 15 Jahren über 3.000 Leistungserbringer im
Gesundheitswesen.

 

Gefährden fehlende Investitionen die Trinkwasserhygiene in Krankenhäusern? 

Dazu mehr in unserem nächsten Beitrag kommende Woche.

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Cyberangriffe! Auch eine Gefahr für die Trinkwasserhygiene im Gesundheitsbereich?

Cyberangriffe bestimmen immer häufiger die Schlagzeilen. Auch Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen sind im Visier der Täter. Der Verband der Krankenhausdirektoren für Rheinland-Pfalz und das Saarland sagt beispielsweise: Cyberangriffe auf Kliniken seien eine reale Bedrohung. Die Angriffe reichen von fingierten (Phishing-)Mails bis hin zu Einbruchsversuchen in die Krankenhausnetze.

Unser Partner für Wasser-Experte Mark Peters berichtet von einem aktuellen Fall, in dem ein Pflegeheim betroffen war. Die Angreifer hatten eine Ransomware im System platziert, das ist ein Verschlüsselungstrojaner, mit dem Lösegeld erpresst wird. Hinzu kam: Der EDV-Fachmann, der eigentlich für IT-Sicherheit zuständig ist konnte nicht helfen. Die internen Entscheider waren im Urlaub und es war Ostern. Die Katastrophe kam von einer Sekunde auf die andere. Hochsensible Patientendaten waren plötzlich in Gefahr.

Die Frage ist: Was passiert, wenn Angreifer noch weiter ins System eindringen? Die Strom- und Trinkwasserversorgung einschließlich der Systeme zur Wasseraufbereitung werden in diesen Einrichtungen zunehmend elektronisch und digital gesteuert. Die Folgen sind kaum auszumalen.

„Etwa 80 Prozent aller Cybersicherheitsvorfälle im Gesundheitswesen entstehen durch menschliches Fehlverhalten“, sagt Mark Peters von Praxismanagement Bublitz-Peters, der seit 15 Jahren über 3.000 Leistungserbringer im Gesundheitswesen betreut.

 

Er bietet deshalb Datenschutz- und Cyber-Sensibilisierungsschulungen Online und vor Ort unter anderem mit dem Bundes- und Landeskriminalamt an. In Planspielen werden mit den verantwortlichen Mitarbeitern mögliche Angriffsszenarien durchgespielt. Häufig erkennen sie dann mittendrin, dass sie in Schwierigkeiten sind, entweder weil es keine richtigen Abläufe, zu wenig geschulte Mitarbeiter oder professionelle externe Unterstützung gibt.

Der Gesetzgeber macht nun Druck. Mit dem neuen IT-Sicherheitsgesetz 2.0, das noch bis zum Jahresende beschlossen werden soll, drohen künftig Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes, wenn Betreiber einer kritischen Infrastruktur, wozu Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen gehören, ihren Pflichten zum Schutz ihrer IT-Systeme nicht nachkommen.

WebTalk Cyberkriminelle und Investitionsstau: Wie sicher ist die Trinkwasserversorgung in unseren Krankenhäusern?

 

Am 15. Juli von 11:00 bis 12:00 Uhr diskutieren dazu in unserem WebTalk Mark Peters (Datenschutz- und Hygiene-Auditor) und Christian Zehetgruber (Stellv. Vorsitzender der Partner für Wasser und Abteilungsleiter Seminare und Fortbildungen der Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH) und beantworten Ihre Fragen! Merken Sie sich den Termin bereits vor. Die kostenfreie Anmeldung startet in Kürze.

3. ordentliche Mitgliederversammlung der Partner für Wasser e.V.

Foto: Pixabay

Die dritte ordentliche Mitgliederversammlung der Partner für Wasser am 11.4. in Düsseldorf war geprägt von der Fragestellung, wie die Sensibilisierung für die Trinkwasserhygiene im Healthcare-Sektor, insbesondere im politischen Umfeld der 16 deutschen Landesregierungen, weiter intensiviert werden kann. Einig waren sich die Mitglieder darüber, dass auch 2018 eine Menge erreicht wurde. Nichtsdestotrotz bleibt die Wegstrecke lang. Oftmals scheitern wichtige Massnahmen im Bereich der Trinkwasserhygiene noch an den Prioritäten: Brandschutz oder marode Bausubstanz haben mit Blick auf getätigte Investitionen Vorrang.

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Virtuelle Hygienebewertung: So können Sie prüfen, ob es sauber ist

Durch den digitalen Wandel wird sich die tägliche Hygienearbeit in Gesundheitseinrichtungen nachhaltig ändern, zum Beispiel durch das virtuelle Heidelberger Hygiene-Rating.

Das virtuelle Heidelberger Hygiene-Rating funktioniert wie eine Art „Google-Maps“ in der Arztpraxis. Mit einem virtuellen Raumrundgang bringt der Hygiene-Inspektor Mitarbeitern die Inhalte der Basishygiene näher. Hierbei spielen auch Hygienemaßnahmen rund um das Thema Wasser eine zentrale Rolle.

Im Mittelpunkt steht das Ziel, Hygiene sichtbar zu machen und das Team zu motivieren. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmer eine Rückmeldung über das Abschneiden und ein HHR – Zertifikat. Darüber hinaus kann die Aufnahme der zertifizierten Arztpraxis in die deutschlandweite Hygienekarte erfolgen.

„Das Heidelberger Hygiene-Rating ist jetzt auch virtuell möglich. Unser neues „Passt-sich-an-Konzept“ verbindet  Online & auf Wunsch Hygienebewertung vor Ort – auf zeitgemäße Art! Flexibel, verständlich, kostengünstig!“, so der Initiator des Heidelberger Hygiene-Ratings und PfW-Experte Mark Peters.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie unter www.hcm-magazin.de

Weitere Informationen zu der Initiative „Heidelberger Hygiene-Rating“ sind auf der Website des Praxismanagement Bublitz-Peters GmbH & Co.KG und unter mailto:info@bublitz-peters.de erhältlich.

Hygieneradar 2018: Aktuelle Hygiene-Herausforderungen für medizinische Einrichtungen

Eine zentrale Erkenntnis des Hygieneradars 2017 lautete, dass die gesetzlichen Vorgaben und die Empfehlungen des Robert KochInstituts (RKI) die wichtigsten Treiber für das Thema Hygiene sind.

Das Hygieneradar 2018 greift diese Erkenntnis auf. Es untersucht, wo Spannungsfelder zwischen Hygienegesetzen und -programmen und ihrer Umsetzung im Klinikalltag liegen.

Die Ergebnisse finden Sie hier

Weitere Informationen finden Sie hier

Kurzumfrage zur Hygienesituation in Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Die Kurzumfrage zur Hygienesituation in Pflege- und Senioreneinrichtungen fand – angelehnt an das WISAG Hygieneradar für medizinische Einrichtungen – im Frühjahr 2018 statt. An der Befragung beteiligten sich 70 Personen der Führungsebene von Pflege-, Senioren-, Tagespflege oder ambulanten Pflegeeinrichtungen sowie ambulanten Wohngemeinschaften.

Die Ergebnisse der Kurzstudie „Multiresistente Erreger (MRE) in
Senioren- und Pflegeeinrichtungen“ finden Sie unter www.hygieneradar.de

Weitere Informationen finden Sie hier

Sicherheit in sensiblen Bereichen

Wasseraufbereitung in Pflegeeinrichtungen

Wasserqualität in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

Hygiene und Zuverlässigkeit

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