Covid-19: Außer- und Inbetriebnahme von Trinkwasserinstallationen

Sukzessive haben Bund und Länder Ausgangsbeschränkungen eingeführt, um Menschenansammlungen zu verhindern, die zu einer zu großen Anzahl an Neuinfektionen in zu kurzer Zeit geführt hätten. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sind unter anderem temporäre Schließungen von Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten, Sportstätten, Hotels und anderer gewerblich und öffentlich Benutzer Gebäude.

Welche Auswirkungen haben diese temporären Schließungen auf die Trinkwasserinstallationen und was sollte man für die spätere Inbetriebnahme beachten?

Außerbetriebnahme:

  • Risiko: Es kommt zu einem unregelmäßigen Wasserdurchlauf, der die Gefahr einer mikrobiellen Verkeimung mit Legionellen und anderen pathogenen Keimen im Trinkwasser stark erhöht.
  • Pflicht: Auf Basis der Trinkwasserverordnung, muss trotz derzeitiger Nicht-Nutzung der Trinkwasserinstallationen permanent sichergestellt werden, dass eine bestimmungsgemäße Nutzung erfolgt.
  • Maßnahmen: Es gilt, sämtliche Wasserentnahmestellen nach spätestens 3 Tagen aktiv zu durchspülen (Warm- und Kaltwasser). Bei Betriebsunterbrechungen von mehr als 72 Stunden kann die Abschaltung der Trinkwassererwärmungsanlage erwogen werden.

 

Inbetriebnahme:

  • Maßnahme: Nach spätestens einer Woche ist, bei gleichzeitiger Öffnung mehrerer Entnahmestellen, der Wasserdurchlauf von mindestens 5 Minuten zu gewährleisten.
  • Pflicht: Nach maximal 4 Wochen sollte ein vollständiger Wasseraustausch an allen Entnahmestellen durch Spülung mit Wasser nach DVGW-Arbeitsblatt 557 durchgeführt werden. Bei Unterbrechung der Trinkwasserentnahme über diesen Zeitraum sind zusätzliche mikrobiologische Kontrolluntersuchungen (allgemeine Keimzahl) und Legionellen durchzuführen, und zwar sowohl in den Kalt- als auch in den Warmwasserleitungen.
  • Da eine Stilllegung von mehr als 6 Monaten nicht unwahrscheinlich ist, ist sogar die Anschlussleitung durch das dortige Wasserversorgungsunternehmen abzutrennen und zur Wiederinbetriebnahme gemäß DIN EN 806-4 vorzugehen.

 

Mehr Informationen finden Sie unter Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V., Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern, Deutscher Verein der qualifizierten Sachverständigen für Trinkwasserhygiene – DVQST e.V.

Masterplan für Schwimmbäder gefordert

Der Sportausschuss hat in einer Expertenanhörung über die Situation der Schwimmbäderinfrastruktur in Deutschland beraten (Link). Dabei erneuerte die DLRG die schon in einer Petition an den Bundestag im vergangenen Jahr erhobene Forderung nach einem Masterplan für Schwimmbäder, an welchem eine Bund-Länder-Beteiligung vorgesehen ist (Blogbeitrag der PfW).

 

Stellungnahmen der geladenen Sachverständigen:

  • Marc Riemann, Vorstandsmitglied der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen
    • Erhalt der derzeitigen Wasserflächen; stärkerer Fokus auf das Angebot anstatt die Anzahl
  • Anto Schiller, Gechäftsführer der Stuttgarter Schwimmschule 0711gGmbH
    • Mangelnde Koordination und ineffiziente Ausnutzung von Wasserflächen seien als Gründe für den „vermeintlichen Mangel an der Ressource Wasserfläche“ zu benennen
  • Klaus Hebborn, Leiter des Dezernats Bildung, Kultur des Deutschen Städtetages
    • Verbesserte Datenbasis, um eine bedarfsgerechte Planung durchführen zu können
    • Infrastruktur: Sanierung und Modernisierung
    • Verbesserte Zusammenarbeit vom Bund, den Ländern, den Vereinen und der DLRG
  • Achim Haag, Präsident der DLRG
    • Deutschland würde zum Nicht-Schwimmer-Land werden; es wird ein Masterplan, ähnlich dem Goldenen Plan, benötigt
  • Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG
  • Wolfgang Hein, Vizepräsident des Deutschen Schwimm-Verbandes
    • Kleiner Bäder würden geschlossen, um große Erlebnisbäder zu baden; Schwimmunterricht kommt in diesen zu kurz
    • Man müsse die alten Lehrschwimmbäder wieder aufleben lassen
  • Katrin Kunert, Vizepräsidentin Breiten-, Präventions- und Rehabilitationssport im Deutschen Behindertensportverband (DBS)
    • Die Behindertenbewegung muss in den neuen Plan mit aufgenommen werden
  • Dr. Manuel Kopitz, Geschäftsfüshrer des Berliner Schwimm-Verbandes, Netzwerk Schwimmunterricht
    • Fordert auch einen Masterplan

 

Die Partner für Wasser haben mit Blick auf die Schwimmbadinfrastruktur (Auslastung, Neu- und Umbau, Sanierungen) in erster Linie die Trinkwasserhygiene im Blick. Hierauf muss bei allen Maßnahmen ein besonderer Fokus gelegt werden. Nicht sichere oder nur fehlerhaft sanierte Einrichtungen werden am Ende gesundheitliche Folgeschäden bei den Besuchern verursachen. Diesen Aspekt wird der PfW e.V. auch weiterhin in die politische Debatte um ein möglichst breites Angebot bei öffentlichen Schwimmbädern einbringen.

Ergebnisse der jüngsten Partner für Wasser-Studie

Ende 2019 hat das Institut für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung (i.E.S.K) in Düsseldorf im Auftrag der Partner für Wasser e.V. ein Stichprobe von 12.000 zahnärztlichen Einrichtungen in Deutschland gezogen. Wir haben im November bereits kurz darüber berichtet.

Die Ergebnisse wurden in den letzten Wochen ausgewertet und liegen nun vor. In einer Online-Pressekonferenz werden Sie am Mittwoch, den 5. Februar ab 11 Uhr vom Institutsleiter Dr. Uwe Pöhls sowie vom Vorsitzenden der Partner für Wasser, Joachim Stücke, vorgestellt. In Kürze erhalten Sie einen Anmelde-Link zu dieser Veranstaltung.

Es ist insgesamt die vierte Studie, die von den Partnern für Wasser seit 2016 durchgeführt wurde. Verweise auf die vorherigen Erhebungen finden Sie in diesem Beitrag.

PfW-Experte Mark Peters: Referent in der Akademie für Öffentl. Gesundheitswesen

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Partnern für Wasser hat sich Peters auf das Thema Trinkwasserhygiene spezialisiert.  Sein Grundlagenwissen entspringt u.a. der Entwicklung des Gütesiegels „Heidelberger Hygiene-Rating (HHR)“ mit Zertifikat. In diesem Rahmen arbeitet das Praxismanagement Bublitz-Peters aus Heidelberg seit über 10 Jahren mit den Gesundheitsämtern partnerschaftlich in Fragen rund um die motivierte Hygienearbeit im Gesundheitswesen zusammen.

Seit Inkrafttreten der DSGVO im Mai 2018 erhielt Peters vermehrt Hygiene- und Datenschutzanfragen der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, da Peters auch als externer Datenschutzbeauftragter tätig ist. Seit 2019 ist Peters außerdem zertifizierter IT-Grundschutz-Berater. Die Prüfung erfolgte beim Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

Aufgrund seiner langjährigen Expertise in den Bereichen Hygiene, Datenschutz sowie IT-Sicherheit, erfolgte 2019 dann die Anfrage der Akademie, ob Peters die Ausbildung der Hygieneinspektoren zu den Themen Datenschutz und Cybersicherheit im Rahmen der Hygienearbeit/-kontrolle als Dozent begleiten möchte. Insbesondere interessant ist dabei die Einbeziehung einer Risikobewertung: Cyberrisiken, biologische Risiken in Wasserwerken, vorhandene Notfallprogramme etc.

Die Gefahr, die von Cyberkriminellen für die Trinkwasserversorgung und -hygiene in Krankenhäusern ausgeht, hat Peters in einem Webinar gemeinsam mit den Partnern für Wasser im vergangenen Jahr skizziert. Unseren Blogbeitrag zum Webinar finden Sie hier.

Als Partner für Wasser freuen wir uns sehr, dass Peters diese verantwortungsvolle Aufgabe zuteil geworden ist, durch die er eine größere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung sowie die Risiken von Trinkwasserhygiene im Healthcare-Bereich erzielen kann.

Arzneimittelrückstände im Trinkwasser

Seit Jahren nimmt der Verbrauch von Arzneimitteln im Privaten, im Gesundheitsbereich und in der Landwirtschaft stetig zu – die langfristigen Konsequenzen dieser Entwicklung lassen sich nur schwer ein-/abschätzen.

Im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hat das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) jüngst seinen Bericht über Arzneimittelrückstände in Trinkwasser und Gewässern (19/16430) vorgelegt. Ausgeschieden gelangen diese, stark verdünnt, wieder in Grundwasser und Gewässer.

Es gebe „noch große Wissenslücken über Vorkommen und Wirkungen von Arzneimittelrückständen in der Umwelt“, heißt es im Vorwort. Ein flächendeckendes Monitoring der Mikroverunreinigungen im Wasser und deren Wirkungen fehle. Beim Genuss von Trinkwasser sei derzeit nichts zu befürchten, aber aus Laborversuchen und ersten Felduntersuchungen gebe es „interpretationsbedürftige Hinweise, dass Gewässerökosysteme durch Arzneimittelrückstände in Kombination mit anderen Mikroverunreinigungen beeinträchtigt werden“ können.

 

Die Partner für Wasser interessieren sich insbesondere für die Strategien, die die Verunreinigung von Trinkwasser, Grundwasser und Gewässern mit Arzneistoffen, eindämmen sollen. In § 4 Absatz 1 TrinkwV von 2001 heißt es schließlich: »Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. Es muss rein und genusstauglich sein.«

PfW-Studie 2019: Zahnarztpraxen und -kliniken

Foto: Pixabay

Die ersten Ergebnisse der diesjährigen Studie liegen vor. Nachdem die Partner für Wasser sich in den zurückliegenden Jahren die Situation in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Schulen angeschaut haben, hat sich die Erhebung in diesem Jahr auf Zahnarztpraxen und Zahnarztkliniken fokussiert.

Die Rohdaten liegen vor und müssen nun noch genauer analysiert werden. Bedauerlicherweise ist die Quote der qualifizierten Rückmeldungen nicht so hoch, wie in den vergangenen Jahren, teilt Dr. Uwe Pöhls, der Leiter der Studie und Inhaber des Instituts für empirische Sozial- und Kommunikationsforschung in Düsseldorf (I.E.S.K.) mit. Dennoch erlaubt es uns, einige interessante Aussagen zu treffen.

Voraussichtlich Anfang Februar 2020 werden wir die Studie wieder in einer Online-Pressekonferenz vorstellen und mit den Teilnehmern die Ergebnisse diskutieren.

Insgesamt wurde im November 2019 eine Stichprobengröße von ca. 12.000 aus einer Gesamtheit von etwa 49.700 gezogen. Wir werden gesondert zu der Bekanntgabe und Auswertung der Ergebnisse im Januar 2020 einladen.

Schwimmbadsanierungen und Trinkwasserhygiene

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Am 9.12.2019 hat der Petitionsausschuss des Bundestages über einen von der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) angeregten Masterplan zur Sanierung von Schwimmbädern diskutiert. Die Meldung fand medial große Aufmerksamkeit. Die DLRG handele „aus Sorge um die zunehmende Verschlechterung der Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung“ wie es in einer Petition heißt.

Seitens des für Bau zuständigen Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) machte Baustaatssekretärin Anne Kathrin Bohle deutlich, dass die Zuständigkeit für den Breitensport verfassungsrechtlich bei den Ländern liege.

Der DLRG geht es berechtigter Weise um die Sicherheit der Menschen im Wasser. Drei von fünf Kindern seien am Ende der Grundschulzeit keine sicheren Schwimmer, stellt der DLRG-Präsident Achim Haag fest. Das habe viel mit der Schließung von Einrichtungen mangels öffentlicher Mittel zu tun.

Die Partner für Wasser haben mit Blick auf den Schwimmbadneubau und -sanierungen in erster Linie die Trinkwasserhygiene im Blick. Hierauf muss bei allen Maßnahmen ein besonderer Fokus gelegt werden. Nicht sichere oder nur fehlerhaft sanierte Einrichtungen werden am Ende gesundheitliche Folgeschäden bei den Besuchern verursachen. Diesen Aspekt wird der PfW e.V. auch weiterhin in die politische Debatte um ein möglichst großes Angebot bei öffentlichen Schwimmbädern einbringen.

Sanierung von Sanitäranlagen an Schulen

Kleine Anfrage und Antwort der Bundesregierung

Aus Sicht der Fragesteller beeinträchtigen hygienisch inakzeptable Bedingungen auf deutschen Schultoiletten die Bildungserfolge und die volle Entfaltung des Lernpotenzials der Schüler. Außerdem behindern sie die Arbeit der Lehrer und wirken sich negativ auf deren Motivation aus. Eine schöne, saubere und freundliche Schulinfrastruktur ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Bildungsumfeld (Kleine Anfrage Drucksache 19/13817). Die Antwort der Bundesregierung (BT-Drs 19/14517) finden Sie hier

Insbesondere interessant ist die Tatsache, dass die Bundesregierung nicht aufschlüsseln kann, wie viele der abgerufenen Fördermittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz – KInvFG speziell in Projekte zur Sanierung der sanitären Anlagen der Schulen investiert wurden (Antwort auf Frage 3).

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Parlamentarische Aktivitäten von PfW in Berlin

Foto: Pixabay

Kürzlich waren Vertreter der Partner für Wasser zu Gesprächen auch im Berliner Abgeordnetenhaus. Ziel ist es, für das Land Berlin eine Aussage seitens des Senats zum Stand der Trinkwasserhygiene zu bekommen. Das Thema wurde in Ansätzen bereits im September dieses Jahres adressiert: Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe wollte wissen, wie viele anzeigepflichtige Fälle nach Trinkwasserverordnung es in Berlin von 2014-2019 gegeben hat. Die Antwort ist im parlamentarischen Dokumentationssystem nachzulesen.

Überschreitungen des technischen Maßnahmewertes in den Bezirken

Laut Angabe der Senatsverwaltung kam es allein in den ersten acht Monaten 2019 zu gemeldeten 1.458 Überschreitungen des sog. technischen Maßnahmewertes.  Die Trinkwasserverordnung 2011 legt einen „Technischen Maßnahmenwert“ für die Belastung des Trinkwassers mit Legionellen fest. § 3 Ziffer 9 der Trinkwasserverordnung definiert diesen als einen Wert, bei dessen Überschreiten oder Erreichen eine von der Trinkwasser-Installation ausgehende Gesundheitsgefahr zu befürchten ist. Dementsprechend sind Maßnahmen zur hygienisch-technischen Überprüfung der Trinkwasser-Installation im Sinne einer Gefährdungsanalyse zu treffen.

24 Objekte, wo es zu Überschreitungen kam, befinden sich in mittel- oder unmittelbaren Besitz des Landes Berlin.

73 Legionellose-Fälle bisher in 2019

Insgesamt wurden seitens der Gesundheitsbehörden 83 Fälle mit Verdacht auf Legionellose übermittelt. In 73 ergab auch das klinische Bild den Nachweis. Drei Personen sind bisher an dieser Krankheit lt. Berliner Senat verstorben.

Ziel der Partner für Wasser

Mit einer weiteren Anfrage will Partner für Wasser erreichen, einen besseren Überblick über die Trinkwasseranlagen in den städtischen bzw. landeseigenen Einrichtungen der Daseinsvorsorgen zu bekommen. Wo kommt es z.B. aufgrund des Alters der Anlagen vermehrt zu Havarien? Welche Maßnahmen werden im Rahmen der Prävention regelmäßig eingeleitet? Nicht zuletzt wird es darum gehen, den Fokus auf die Investitionen im Bereich der Trinkwasseranlagen im Gesundheitswesen zu schärfen.

Sicherheit in sensiblen Bereichen

Wasseraufbereitung in Pflegeeinrichtungen

Wasserqualität in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

Hygiene und Zuverlässigkeit

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