PfW-Web-Talk: Trinkwasserverordnung + Water-Safety-Plan

In einer weiteren Ausgabe unseres Live-Web-Talks haben Anina Schuh und Udo Sonnenberg heute einige regulatorische Hintergründe zum Thema Trinkwasserhygiene diskutiert und aufgezeigt. Mit Blick auf die Umsetzungsfrist für die novellierte EU-Trinkwasserrichtlinie in nationales Recht, die im Januar 2023 endet, ging es auch um die Einführung einer Risikobewertung und den damit im Zusammenhang stehenden Water-Safety-Plan (WSP). Schauen/hören Sie selbst (für Eilige: bitte bis 1:30 „vorspulen“):

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Gesundheitsminister bildet Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung

Bei der Kommission handelt es sich um Expertinnen und Experten aus den Bereichen Versorgung (Pflege und Medizin), Ökonomie und Rechtswissenschaften, zum Teil mit praktischer Klinikerfahrung. Koordinator ist Prof. Tom Bschor. Die Runde soll sich in den kommenden Tagen konstituieren und ihre Arbeit aufnehmen.

Die neue Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung steht. Allerdings wäre es aus Sicht der Partner für Wasser ratsam, mit Blick auf Investitionsentscheidungen, auch technische Aspekte wie die Trinkwasserhygiene im Gremium zu berücksichtigen.

„Erarbeitet werden sollen schriftliche Stellungnahmen zu einzelnen Fragen der Krankenhausversorgung. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, sollen die Empfehlungen Grundlagen für Krankenhausreformen ab dem Jahr 2023 werden“, teilt das BMG mit. Lauterbach betont, dass es eine „Arbeitskommission“ und keine „Gutachtenskommission“ sei. Auf der Agenda stünden: Notfallversorgung, Pflegemangel, Vergütung, Investitionen und die Rolle des Bundes bei der Krankenhausplanung. 

Die Länder sollen mit eingebunden werden. Vertreter der Selbstverwaltung findet man auf der Liste nicht. „Das ist eine wissenschaftliche Kommission“, betont der Minister.

Alle 16 Mitglieder der Kommission finden sich hier.

Mineralwasser oder Leitungswasser: Was ist besser?

Trinkwasser wird meist aus Grundwasser oder Oberflächen­wasser gewonnen, also aus Seen und Flüssen. So können einige Schadstoffe wie Pestizide und Nitrat das Wasser belasten. Gerade in landwirtschaftlich stark genutzten Bereichen können daher Grenzwerte im Grundwasser überschritten werden. 

Stiftung Warentest zeigte, dass kritische Stoffe zwar oft im Trinkwasser entdeckt wurden, aber dass in der Regel alle Proben die Grenzwerte einhalten. Das Trinkwasser wird hierzulande mehrstufig aufbereitet und grundsätzlich also auch ausreichend streng kontrolliert. 

Ob Leitungswasser oder Mineralwasser besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist das Trinkwasser in Deutschland laut einem Bericht des Umweltbundesamtes von 2021 zwar grundsätzlich „von guter bis sehr guter Qualität“ – diese kann jedoch örtlich variieren.

Die größte Herausforderung bei der Trinkwasserversorgung ist die Stagnation von Wasser in Rohrleitungen und Toträumen. Präventive Trinkwasserhygiene kann dies verhindern und ist genau deswegen von solch großer Bedeutung.

Zum gesamten Beitrag geht es hier.

IfH/Intertherm Ende April 2022: (Trink-)Wasser im Mittelpunkt

Talkrunde - Moderatorin Janine Mehner, Joachim Stücke, Martin Müntjes und Dr. Peter Arens

Die Messe IfH/Intertherm in Nürnberg hat das Thema Wasser wieder in den Fokus gerückt. Wasser zum Trinken, Wasser zum Waschen, Wasser zum Heizen, Brauchwassernutzung, Regenwasser-Management, Wasser und Digitalisierung, Trinkwasserhygiene und vieles mehr war Gegenstand der Diskussionen und auf den Messeständen. Auf Einladung unseres Partners Georg Fischer waren der Vorsitzende Joachim Stücke und Geschäftsstellenleiter Udo Sonnenberg vor Ort. Ein persönliches Dankeschön geht an den stv. Vorsitzenden der PfW, Daniel Friedrich, Vertriebsleiter der Georg Fischer GmbH (Albershausen). Fast alle Beiträge, Statements, Panel-Diskussionen und Podcasts können über den Event-Campus (gegen Login) erneut angeschaut/angehört werden.

Wir konnten auf verschiedenen Podien die Partner für Wasser vorstellen und auch die Beweggründe für das politische Engagement als Verband darlegen. Trinkwasserhygiene insbesondere in Gesundheitseinrichtungen ist ein bedeutsames Thema. Dafür immer wieder bei den Anlagenbetreibern und in der Politik zu sensibilisieren, das ist unser Hauptanliegen.

Unser Partner +G+ hat dazu ein Vielzahl von Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen. Ein hybrider Messestand, wie er auf der Messe seines Gleichen gesucht hat – wir haben intensiv geschaut, aber nichts Vergleichbares entdeckt. Hier läuft die Zukunft der (Messe-)Kommunikation hin: Etwas überschaubarer in der Live-Präsentation und umso größere Reichweite in den Online-Medien. Das Messeerlebnis zum Abrufen gewissermaßen.

Natürlich sind die technischen Neuerungen und Angebote auf einer Messe nach wie vor wichtig. Kunden kommen, um zu schauen und anzufassen. Das lässt sich in der Tat nur schwer online kommunizieren. Hier geht es auch um ein Verstehen. Wer technisch hochkomplizierte Anlagen baut, wartet und am Ende betreibt, muss wissen, wie die Funktionen sind und was technisch geht – bzw. nicht geht. Das ist selbstredend bei den Kolleg:innen von Georg Fischer nicht zu kurz gekommen.

Während das Panel mit Joachim Stücke (s. Beitragsbild) sich schwerpunktmäßig mit Fragen der konkreten Anwendung von Maßnahmen zur Trinkwasserhygiene beschäftigt hat, war das Vormittags-Panel am Auftakttag zunächst für den Überblick über das Thema gedacht: Was passiert in der Gebäudetechnik übergeordnet und wo müssen wir beim (Trink-)Wasser besonders aufpassen? Hier konnten Dr. Birgit Guhse von io-consultants Heidelberg, Christian Kniele, Trinkwassersachverständiger aus Friedberg und Udo Sonnenberg (2. v.l.) einige Impulse liefern.

Water-Safety-Plan als gebäudespezifisches Tool für die Branche

Foto: Unsplash.com geissht

Im Januar 2021 trat die überarbeitete Trinkwasserrichtlinie der Europäischen Union (Drinking Water Directive; DWD 2020/2184) in Kraft und hat mit dem Water-Safety-Plan (WSP) eine umfassende, europaweit einheitliche Struktur zum Erhalt der Trinkwassergüte aufgebaut.

Damit haben Verantwortliche und Entscheider der Wohnungswirtschaft zugleich ein wertvolles, gebäudespezifisches Tool, künftig potenziellen Risiken für den Erhalt der Trinkwassergüte vorbeugend und planbar zu begegnen. 

Im Interview mit dem Bundebaublatt schildert Trinkwasser-Experte Dr. Christian Schauer, Director des Kompetenzzentrums Wasser von VIEGA, warum der Water-Safety-Plan künftig für die Unternehmen der Wohnungswirtschaft eine wichtige Bedeutung bekommen wird – und warum die objektbezogene Aufstellung eines solchen Plans zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.

Unser Partner acb activ consult Berlin hat sich ebenfalls dieses Themas intensiv angenommen.

Der Krankenhausbau der Zukunft

Foto: Unsplash.com Martha Dominguez de Gouveia

Dr.-Ing. Architekt Wolfgang Sunder vom Institut für Konstruktives Entwerfen, Industrie- und Gesundheitsbau (IKE) der TU Braunschweig hat bei der Gesundheitstechnischen Gesellschaft e.V. (GG)– Technisch-wissenschaftliche Vereinigung einen spannenden Vortrag zum Thema “Architektur statt Antibiotika – Zukunft des Krankenhausbaus” gehalten.

Sunder wirft einen spannenden Blick auf das Thema Gesundheitsbau in Deutschland und wie sich ein zukunftsfähiger Krankenhausbau entwickeln lässt. Die Spezialisierung ‚bauliche Infektionsprävention‘ schließt Untersuchungen sowohl zu bautechnischen und konstruktiven Entscheidungen als auch Überlegungen zu einer Optimierung der Prozessplanung ein. Der Fachvortrag liefert außerdem Antworten zu wichtigen Fragen des baulichen und infrastrukturellen Krisenmanagements, die ebenso am IKE erarbeitet werden und die aufgrund der aktuellen Ausbreitung des Corona-Virus dringend benötigt werden.

Methoden des Bauens zur Infektionsreduzierung

Zwei Bereiche werden bei der baulichen Infektionsprävention in den Fokus gestellt: Auf der einen Seite sind dies die eingebauten bautechnisch-konstruktiven Komponenten wie Material, Oberflächen und Gebäudetechnikkomponenten. Auf der anderen Seite sind es die baufunktional-prozessuale Komponenten wie Entflechtung/Wegeführung, Flächenzuweisung und Barrieren, Separierung und Isolation. Diese beiden Bereiche sind ineinander verknüpft. Man kann nicht zuerst die Komponenten planen und dann den Prozess. Beide Bereiche sind gleichwertig zu behandeln, wenn es darum geht, die richtige bauliche Lösung zu erarbeiten.

Architekten und Planer weisen Flächen zu und definieren Abläufe in den jeweiligen Gebäuden, z.B. im Krankenhaus. Hierzu zählt auch die Ar t und Weise, wie sich die verschiedenen Nutzer durch das Gebäude bewegen. Das ist insbesondere in einem Krankenhaus von großer Bedeutung. Ebenso wichtig ist es in der baulichen Infektionsprävention, interdisziplinär zusammenzuarbeiten. Es gibt immer wieder neue Fragestellungen, die Planer nur bedingt beantworten können. Es braucht auch den Nutzer, die entsprechende Disziplin, die den Planer mit entsprechenden Informationen versorgt.

Der Videomitschnitt des Vortrags ist hier abrufbar.

 

Umweltbundesamt aktualisiert Leitlinien zu Trinkwasser

Foto: Unsplash.com Engin Akyurt

Das Umweltbundesamt veröffentlichte auf der Internetseite “Trinkwasser verteilen”, Bewertungsgrundlagen und Leitlinien. Außerdem wurde das FAQ – “Fragen und Antworten zur Prüfung und Zertifizierung von Produkten im Kontakt mit Trinkwasser nach Bewertungsgrundlagen und Empfehlung zur Konformitätsbestätigung -Informationsdokument” aktualisiert. 

Die FAQ-Fragensammlung spiegelt einige der beim Umweltbundesamt (UBA) eingegangenen Fragen zu den trinkwasserhygienischen Regelungsdokumenten wider, die sich aus der Arbeit der Prüf- und Zertifizierungsstellen sowie aus Anfragen interessierter Kreise ergeben haben.

Hier geht es zur Fragensammlung, die aktualisierten Bewertungsgrundlagen und Leitlinien sind hier zu finden.

Live-Stream Vorstellung PfW

Heute haben Fabian Haun (geschäftsführender Gesellschafter der elfnullelf GmbH) und Udo Sonnenberg aus der Geschäftsstelle der Partner für Wasser (und Gründer von elfnullelf und Mitgründer der PfW) die Ausrichtung und die Ziele des Verbandes erläutert. Es wurde live aus dem Berliner Videostudio in mehrere Social Media-Kanäle gestreamt. Das ca. 13minütige Video ist bei Youtube im PfW-Kanal hinterlegt.

Das Profil mit dem Fokus auf das Gesundheitswesen, die politischen Kommunikationsschwerpunkte und die Unabhängigkeit der Organisation wurden erneut deutlich herausgestellt.

Verschiedene Formate in der Politischen Kommunikation und als Grundlage die fast jährlich veröffentlichten Studien/Umfragen waren ebenfalls Gegenstand des Online-Live-Dialogs der beiden Herren. Weitere Ausgaben sollen folgen auch mit weiteren externen Gästen. Der nächste Termin ist für den 11. Mai 2022 vorgesehen. Hier nochmal der Link.

Schutz für Wasser-KRITIS

Foto: Unsplash.com Fly:D

Um Lösungen gegen physische und Cyber-Bedrohungen kritischer Wasserinfrastrukturen zu finden, hat ein Forschungskonsortium ein Risikomanagement-Konzept für physische und Cyber-Bedrohungen entwickelt und bei Wasserversorgern getestet. Die Expertenteam aus Europa und Israel haben eng zusammengearbeitet. Die Mitglieder waren Wasserversorger, Technologie-Entwickler, kleine und mittelständische Unternehmen und europäische Forschungsinstitute.

Das Projekt „Stop-it“ (Strategic, tactical and operational protection of critical water infrastructure against physical and cyber threats) lief von Juni 2017 bis Oktober 2021. Ziel von Stop-it war es, aktuelle und zukünftige Risiken zu identifizieren und im Rahmen des Konsortiums ein umfassendes Risikomanagement-Konzept für kritische Wasserinfrastrukturen zu erarbeiten.
Es wurden die skalierbare und adaptierbare Software-Plattform “Stop-it” entwickelt. Die entwickelten Lösungen wurden zunächst in vier Wasserversorgungsunternehmen – Berliner Wasserbetriebe in Deutschland, Aigües de Barcelona in Spanien, Mekorot in Israel und Oslo VAV in Norwegen – getestet.

Alle Informationen über die Stop-it Plattform sind auf der Webseite des Projektes zu finden.

Sicherheit in sensiblen Bereichen

Wasseraufbereitung in Pflegeeinrichtungen

Wasserqualität in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

Hygiene und Zuverlässigkeit

Kontakt

Partner für Wasser e.V.
Albrechtstraße 13, Aufgang A
10117 Berlin
030 / 84712268-43
kontakt@partnerfuerwasser.de