Trinkwasserhygiene-Dialog „Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene“ am 27.04.2023

Die „Energiekrise“ hat eine Debatte „Energiesparen vs. Trinkwasserhygiene“ ausgelöst. Das haben wir etwas genauer beim Trinkwasserhygiene-Dialog am 27.04. beleuchtet. Wie lassen sich hygienisch sichere Energieeinsparungen realisieren?

Diese Frage diskutieren Karsten Fisker und Jörg Drachholtz-Lebedies u.a. Karsten Fisker hat die Leitung Business Development & Services bei der Georg Fischer GmbH (+GF+) inne, einem der „Partner für Wasser“. Er ist zudem Prokurist bei +GF+.

Jörg Drachholtz-Lebedies ist Gründer und Geschäftsführer der acb activ consult berlin GmbH in  – ebenfalls ein „Partner für Wasser“. Er ist Experte für Trinkwasserhygiene und leitet seit 2009 den Verein acqua è vita Wasserforum. Udo Sonnenberg moderiert die Veranstaltung und bindet vertiefende Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer ein.

Machen Sie sich selbst ein Bild und hören/schauen Sie rein in die Aufzeichnung.

7. Mitgliederversammlung der Partner für Wasser

Foto: Christian Kniele, Rob Langendijk, Udo Sonnenberg, Joachim Stücke, Thorsten Peinelt (v.l.)

Letzte Woche Donnerstag, am Donnerstag, den 16.03., fand eine weitere, ordentliche Mitgliederversammlung der Partner für Wasser statt. Treffpunkt war der Messestand unseres Partners Georg Fischer (+GF+) in Halle 4. Zwar war es nur ein erlauchter Kreis, aber alle Partner und Expert:innen hatten im Vorfeld Kontakt gesucht und waren dem Treffen nicht unentschuldigt fern geblieben.

Neben den klassischen Regularien, wie Bericht, Jahresabschluss und Mitgliederangelegenheiten wurde eine Mitglieder-Akquise-Offensive besprochen. Außerdem Ideen zum Thema Veranstaltungen und Auszeichnungen für exzellente Arbeit im Bereich der Trinkwasserhygiene in öffentlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge.

Gestern, also am 19.03., war „Tag des Gesundheitsamtes“. Ein wichtiges Datum für die Partner für Wasser, die eng mit Teilen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) zusammenarbeiten. Ohne regelmäßige Audits und Abstimmungen wäre es schwierig, für eine optimale Trinkwasserhygiene zu sorgen. Die PfW haben via LinkedIn auf diesen Tag hingewiesen.

Gefahr von Legionellen in dezentraler Trinkwassererwärmung

Foto: Pixabay.de kboyd

Im Kampf gegen das Wachstum von Legionellen galten dezentrale Trinkwassererwärmer, wie zum Beispiel Durchlauferhitzer, lange als die Wunderwaffe der Trinkwasserhygiene und Energieeffizienz. Seit der UBA-Mitteilung im Jahr 2018 hat sich dies jedoch schlagartig geändert. Welche Gefahren von einer dezentralen Trinkwassererwärmung ausgehen und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, erfahren Sie von uns in diesem Artikel.

Rahmenbedingungen der Trinkwasserhygiene

Die Richtlinien, Empfehlungen und Gesetze rund um den Erhalt der Trinkwassergüte werden in verschiedenen Verlautbarungen genannt. Dazu zählen die Richtlinien des Gesetzgebers, des Umweltbundesamtes, des Robert Koch Instituts, der Trinkwasserverordnung und die Empfehlungen verschiedener Fachverbände. Bei der Beprobung der Trinkwasser-Installationen müssen Planer und Installateure somit ein gutes Fachwissen aller Richtlinien mitbringen. Regelmäßige Legionellenuntersuchungen sind aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen und Empfehlungen Pflicht – und werden nun auch in der dezentralen Trinkwassererwärmung empfohlen.

Dezentrale Trinkwassererwärmung: Gefahr durch fehlende Transparenz

Nach der Mittelung des Umweltbundesamts im Dezember 2018 wurde deutlich, dass es auch in dezentralen Trinkwassererwärmern und den dahinter liegenden Leitungen zu einer Vermehrung von Legionellen kommen kann. Bisher wurde auf eine regelmäßige Untersuchung der dezentralen Trinkwassererwärmer verzichtet. Laut UBA sollten nun bei der Aufklärung von Legionelleninfektionen auch dezentrale Trinkwassererwärmer in die Ursachensuche mit einbezogen werden.

Es sind nur wenige Fälle von Trinkwasser-Installationen mit einer dezentralen Trinkwassererwärmung bekannt, die hygienisch belastet waren. Grund dafür ist jedoch nicht die hygienische Sicherheit, die durch Durchlauferhitzer oder andere dezentrale Trinkwassererwärmer gegeben ist, vielmehr liegt es an fehlenden Daten dazu, da diese Trinkwasser-Installationen meistens nicht beprobt wurden.

Dezentrale Trinkwassererwärmung: Gefahr durch Energieeinsparung

Die Aufbereitung von warmem Trinkwasser macht insbesondere in Neubauten mittlerweile einen hohen Anteil des gesamten Energiebedarfs aus. Um die Verbreitung von Legionellen zu verhindern, wird eine Temperatur über 55 Grad Celsius im Trinkwassersystem empfohlen. Um diese zu erreichen, werden Warmwasserspeicher häufig nachgeheizt, was entsprechende Kosten mit sich bringt. Damit hier Energie eingespart werden kann, ist es für viele Betreiber von Vorteil, das Warmwasser nur auf die Temperatur der Nutzung des Wassers aufzuheizen, sprich zwischen 35 und 45 Grad Celsius. Zwar werden so gewünschte Einsparungen der Energie erreicht, jedoch entsteht auch eine erhöhte Gefahr für eine Verbreitung von Legionellen über das Warmwasser. Um Energieeinsparungen in der Trinkwassererwärmung vorzunehmen, ist somit immer ein Experte zu Rate zu ziehen.

Dezentrale Trinkwassererwärmung: Gefahr durch Fremderwärmung

Ein weiteres Risiko hinsichtlich von mikrobiellem Wachstum ist die Fremderwärmung der Leitungen. Für dezentrale Trinkwassererwärmer planen Architekten häufig nur einen Schacht für Wohngebäude ein. So liegen die Leitungen für kaltes wie auch warmes Trinkwasser parallel zueinander und bergen die Gefahr, dass das Kaltwasser im engen Schacht erwärmt wird und das Wachstum von Legionellen entsprechend fördert.

Dezentrale Trinkwassererwärmung: Praxisuntersuchung einer Wohnanlage

Dass dezentrale Trinkwassererwärmer zu einer Belastung der Trinkwasserhygiene beitragen können, wurde vom Medizinaluntersuchungsamt am Klinikum Kiel durch die Untersuchung einer Appartementanlage mit 84 Wohneinheiten festgestellt. Dabei ergab die Untersuchung, dass in mehr als der Hälfte der Wohnungen die Keimzahl über dem technischen Maßnahmenwert der Trinkwasserverordnung lag. Bei 12 Prozent der Wohnungen wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 10.000 KBE pro 100 ml überschritten. Jedoch konnte kein Zusammenhang mit einer erhöhten Anzahl an Legionellen im Warmwasser, mit Stagnation, der Nutzung oder Leerstände der Wohnungen oder einer Temperatur über beziehungsweise unter 50 Grad Celsius am Durchlauferhitzer festgestellt werden. Der Schluss, der daraus gezogen wurde, war, dass die dezentralen Trinkwassererwärmer an sich unsicher bezüglich der Hygiene des Trinkwassers sind.

Fazit

Die dezentrale Erwärmung von Trinkwasser bietet keine Garantie für die Sicherheit der Trinkwasserhygiene. Kommt eine dezentrale Trinkwassererwärmung zum Einsatz, ist auch hier eine Beprobung vonnöten. Um die Sicherheit des Trinkwassers zu gewährleisten, ist der Betreiber somit auch hier in der Pflicht, die dezentralen Anlagen untersuchen zu lassen.

Um das Wachstum von Legionellen zu verhindern und die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten, stehen wir von activ consult berlin Ihnen zur Seite. Gerne führen wir auch die Beprobung Ihrer dezentralen Trinkwassererwärmer durch und sorgen durch eine ganzheitliche Herangehensweise für den dauerhaften Erhalt Ihrer Trinkwasserqualität.

Das ist ein Gastbeitrag des PfW-Partners acb activ consult berlin GmbH. Verantwortlich für den Text: Geschäftsführer Jörg Drachholtz-Lebedies

Bisherige Beiträge: Biofilm, Trinkwassergrenzwerte, Betreiberpflichten, Legionellenwissen, Trinkwasserqualität in der Hausinstallation, Grundlagen Trinkwasserhygiene

 

Neue VDI-Richtlinien zur Trinkwasserhygiene sichern gesundheitliche Unbedenklichkeit

Laut Experten infizieren sich jedes Jahr mindestens 30.000 Menschen mit Legionellen. Deswegen müssen Betreiber von Trinkwasser-Installationen stets die aktuellen Anforderungen der Trinkwasserverordnung und aller einschlägigen allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllen. Zwei neue VDI-Richtlinien sagen detailliert, worauf es bei Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung ankommt, und wie die Personen, die diese Aufgaben übernehmen, qualifiziert sein müssen.

VDI 6023 Blatt 1 „Hygiene in Trinkwasser-Installationen – Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung“ gilt für alle Trinkwasser-Installationen auf Grundstücken und in Gebäuden. Sie kann sinngemäß auch für mobile Anlagen, z.B. auf Wasserfahrzeugen angewendet werden. Die Richtlinie gibt Hinweise für die Planung, Errichtung, Inbetriebnahme, Nutzung, Betriebsweise und Instandhaltung aller Trinkwasser-Installationen. Die Bedeutung der Trinkwasser-Installation für gesundes Wohnen und Arbeiten verlangt eine Verständigung unter allen verantwortlichen Partnern. Die Gesamtverantwortung liegt beim Betreiber im Sinne der Trinkwasserverordnung.

Die Richtlinie VDI-MT 6023 Blatt 4„Hygiene in Trinkwasser-Installationen – Qualifizierungen für Trinkwasserhygiene“ bildet für die Personen, die Trinkwasser-Installationen planen, errichten, betreiben sowie instandhalten, eine wichtige Schulungsbasis. Definiert werden die Schulungskategorien A für verantwortlich Planende und B für Ausführende. Neu hinzugekommen ist die Kategorie FM für Betreiberpersonal. Zudem wird die Einweisung C für den Nutzer einer Trinkwasser-Installation bestimmt.

Herausgeber der Richtlinien ist die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG). Die beiden Richtlinien erscheinen im September 2022 und sind beim Beuth Verlag erhältlich. 

Ein Jahr Triaqua: Das Netzwerk wächst  

Trinkwasser-Expertenbündnis mit steigenden Mitgliederzahlen und positiver Ein-Jahres-Bilanz beim ersten Präsenztreffen Ende September in Darmstadt.

Die Partner für Wasser sind über den Partner Georg Fischer Piping Systems ebenfalls unterstützend im Netzwerk Triaqua vertreten. Die aktuelle Pressemeldung zum einjährigen Bestehen veröffentlichen wir hier im Einverständnis mit GF und der Kommunikationsagentur HEINRICH.

Vor einem Jahr gründeten fünf Experten aus dem Bereich der Trinkwasserhygiene mit Triaqua ein unabhängiges Netzwerk an Fachleuten mit gemeinsamer Passion und Mission: die Sicherheit, Qualität und Hygiene von Trinkwasser. Nach dem Startschuss mit dem Launch der Webseite www.triaqua.de ist das Bündnis mittlerweile auf über 40 Mitglieder angewachsen – Tendenz steigend. Passend zum einjährigen Bestehen lud Gründungsmitglied sowie Energie- und Infrastrukturdienstleister Entega zum coronabedingt ersten Präsenztreffen nach Darmstadt.  

 

Kompetenz-Treffen aus Theorie und Praxis


In der Entega-Hauptzentrale trafen sich mit Ingenieuren, Analysetechnikern, Sachverständigen sowie Vertretern von SHK-Fachbetrieben, Verbänden, Herstellern und Spezial-Dienstleistern rund 20 Triaqua-Mitglieder zum persönlichen Austausch rund ums Thema Trinkwasserhygiene.
Das Besondere an diesem Netzwerk ist, dass es sich um keinen Verein oder Verband handelt, sondern um ein bunt gemischtes Spezialisten-Bündnis aus Theorie und Praxis. Somit decken wir alle Bereiche in Sachen Trinkwasserhygiene ab und können einfach und unkompliziert auf kurzem Weg Hilfe und Unterstützung bei der Umsetzung von Trinkwasserprojekten anbieten, erklärt Thorsten Peinelt, Triaqua-Gründungsmitglied und Business Development Manager von Rohrleitungsspezialist GF Piping Systems.

 

Praxisbeispiel Müllheizkraftwerk


Neben zahlreichen Workshops und Diskussionsrunden standen auch ein Brauereibesuch bei Grohe sowie ein Rundgang im Müllheizkraftwerk Darmstadt von Betreiber und Gastgeber Entega auf dem Tagesprogramm.
Seit 1967 in Betrieb musste das Wasserleitungsnetz in einem der modernsten Kraftwerke Europas ständig mitwachsen“ und konnte mit zunehmender Größe und Komplexität nicht mehr mit den heutigen Norm-Anforderungen Schritt halten. Für die nötige und sehr komplexe Sanierung des Leitungsnetzes konnten wir uns als Mitglied von Triaqua auf die Expertise dieses Netzwerkes in Sachen Trinkwasserqualität verlassen“, blickt Entega Gebäudetechnik-Geschäftsführer André Kelnhofer zurück. Vom zuständigen Ingenieur- und Planungsbüro Sweco, dem projektverantwortlichen Sachverständigen für Trinkwasserhygiene Carsten Freitag bis zum Einsatz des Zirkulationsregelsystems Hycleen Automation System von Hersteller GF Piping Systems: Das Müllheizkraftwerk ist ein Musterbeispiel für ein gelungenes Triaqua-Zusammenspiel. Denn dieser interdisziplinäre Zusammenschluss bündelt Erfahrungen, Wissen und Know-how und bietet innovative und praxisorientierte Lösungen zur Sicherstellung der Trinkwasserhygiene. Ziel dieses Netzwerkes ist es, Kunden und Auftraggeber wie Wohnungsbaugenossenschaften, Betreiber von Pflegeheimen, Krankenhäusern, Seniorenresidenzen und Hotels bei Trinkwasserprojekten sowie anspruchsvollen Vorhaben in der Trinkwasser-Anlagentechnik ganzheitlich zu begleiten. Von der ersten Einschätzung vor Ort bis zur Inbetriebnahme wollen wir einfach und unbürokratisch die besten Produkte, Technologien und Dienstleistungen zur Trinkwasserhygiene bieten“, fasst Gründungsmitinitiator Peinelt zusammen.

 

Offene Diskussionskultur


Das Premiere-Präsenztreffen in Darmstadt war für alle Beteiligten ein voller Erfolg, das Feedback rundum positiv.
Wir konnten endlich auch einmal persönlich Ideen austauschen, Projekte besprechen und aktuelle Entwicklungen kontrovers diskutieren. Der klimatische und demografische Wandel, die fortschreitende Digitalisierung, die Verunreinigung der Wasserressourcen und die aktuelle Energiekrise stellen uns auch künftig vor große Herausforderungen“, blickt Peinelt voraus. Der schnelle Zuwachs auf über 40 Mitglieder innerhalb eines Jahres bestätigt das Bündnis Triaqua, das sich künftig mindestens zweimal im Jahr zum persönlichen Austausch treffen will. Interessenten für eine kostenlose Mitgliedschaft beim Trinkwasser-Expertenbündnis finden alle weiteren Informationen unter www.triaqua.de/partner-werden.  

 

Über das Trinkwasserbündnis Triaqua


GF Piping Systems und die ENTEGA Gebäudetechnik und Co. KG sind Mitglieder des Bündnisses Triaqua: In diesem Netzwerk tauschen sich relevante Fachleute mit verschiedenen Blickwinkeln aus und arbeiten an ganzheitlichen Lösungskonzepten für konkrete Problemstellungen, wirtschaftlich sinnvoll und langlebig. Einsatzorte für den Kompetenzzirkel sind komplexe Liegenschaften wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Seniorenheime, weitläufige Wohngebäude, mehrstöckige Bürogebäude oder Hotels. Überall dort, wo hohe Anforderungen an die Versorgungs- und Gebäudetechnik gestellt werden und zugleich Aspekte der Umwelt zu berücksichtigen sind. Dieser ganzheitliche Ansatz findet sich im
Drei-Säulen-Prinzip“ bei Triaqua wieder: Sicherheit, Qualität und Hygiene von Trinkwasser. Weitere Informationen zum Trinkwasser-Expertennetzwerk gibt es unter www.triaqua.de.

 

Über GF Piping Systems

GF Piping Systems ist der weltweite Experte für den sicheren und zuverlässigen Transport von Wasser, Chemikalien und Gasen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Rohrleitungssysteme aus Kunststoff und Systemlösungen mit Service in allen Projektphasen. GF Piping Systems ist in 31 Ländern mit eigenen Verkaufsgesellschaften vertreten, um immer nahe am Kunden zu sein und produziert an 36 Standorten weltweit. Im Jahr 2021 hat GF Piping Systems einen Umsatz von CHF 1,971 Milliarden erzielt und 7’686 Mitarbeiter beschäftigt. GF Piping Systems ist eine Division der Georg Fischer AG, die 1802 gegründet wurde, und hat seinen Hauptsitz in Schaffhausen in der Schweiz. Mehr Informationen unter www.gfps.com.

Weiteres PfW-Expertenbeiratstreffen

Foto: Screenshot PfW im Uhrzeigersinn: Dr. Matthias Brück, Udo Sonnenberg, Martin Taschl, Dr. Uwe Pöhls, Tanja Ehret, Christian Kniele

Der Partner für Wasser Expert:innenbeirat hat sich ein weiteres Mal online zusammengeschaltet und ausgetauscht. Themen dieses Mal: Die Diskussion der im Raum stehenden Ansätze für eine weitere Studie/Erhebung der PfW 2022/23.

Des Weiteren wurde über Schulungsmöglichkeiten und die Fortsetzung der politischen Sensibilisierung mit Blick auf die Trinkwasserhygiene auf den verschiedenen politischen Ebenen gesprochen. Aktuell ist durch die Sommerhitze das Thema nur vor dem Hintergrund der Knappheit im Gespräch. Andere Bereiche wie Wasseraufbereitung oder hygienische Effizienzmaßnahmen bleiben noch weitgehend unterbelichtet.

PfW Studio-Web-Talk: Hygienearmaturen von miscea

Foto: PfW v.l. Rob Langendijk, Udo Sonnenberg, Michiel Ubink

Am 2. August fand ein weiterer Web-Talk der Partner für Wasser statt. Dieses Mal waren die Kollegen von Neumitglied miscea – Michiel Ubink, Geschäftsführer und Rob Langendijk, CTO – zu Gast. Was ist ihre Motivation, bei PfW mitzumachen? Das war eine der Fragen. Aber auch, was die neueste Innovation aus dem Hause miscea, das Aqualibur-System, kann.

Rufen Sie das Video via Youtube auf. 

Novellierte Trinkwasserverordnung ab Januar 2023

Trinkwasser muss bestimmte Rechtsnormen und Güteanforderungen erfüllen, welche in Deutschland in der DIN 2000 und der Trinkwasserverordnung festgelegt sind. Die deutsche Trinkwasserverordnung ist die Grundlage dafür, dass Deutschlands Trinkwasser zu den besten der Welt zählt. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die wesentlichen Inhalte der Trinkwasserverordnung und welche grundlegenden Pflichten für Eigentümer von Gebäuden mit einer Trinkwasser-Installation darin festgelegt sind.

Zweck der Trinkwasserverordnung

Die deutsche Trinkwasserverordnung ist für den Schutz und die Verbesserung der Qualität des Wassers zuständig und basiert auf dem deutschen Infektionsschutzgesetz und der EG-Trinkwasserrichtlinie, die die Standards für das europäische Trinkwasser festlegt. Der Zweck der Trinkwasserverordnung wird konkreter in §1 benannt, als ein Schutz für „die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben […]“.

Qualitatives Trinkwasser

Die Trinkwasserverordnung gilt als Grundlage für die Sicherheit und Überwachung der Qualität unseres Trinkwassers. Doch was gilt als qualitatives Trinkwasser? Laut der Verordnung wird die Qualität in Hinblick auf die menschliche Gesundheit definiert. Wasser muss für den menschlichen Gebrauch laut der Verordnung so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch und Genuss keine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, entsteht. Somit darf Trinkwasser keine Krankheitserreger enthalten und muss keimarm sowie farb- und geruchlos sein. Außerdem sollte es eine Mindestkonzentration an Mineralstoffen enthalten. Diese Güteanforderungen sind in der Trinkwasserverordnung genau festgelegt.

Wichtigste Punkte der Trinkwasserverordnung

Ein wesentlicher Punkt der Trinkwasserverordnung ist der Bezug zu den allgemein anerkannten Regeln der Technik zur fachgerechten Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser. Wenn diese detaillierten technischen Vorschriften beachtet werden, genügt das Trinkwasser den Anforderungen der Verordnung. Die Qualität des Trinkwassers wird dabei an den folgenden vier Punkten festgemacht:

  1. Die Beschaffenheit des Trinkwassers

Neben allgemeinen Anforderungen zur Beschaffenheit von Trinkwasser finden sich in der Trinkwasserverordnung zudem mikrobiologische, chemische und radiologische Anforderungen. Diese beschreiben unter anderem, dass neben Krankheitserregern auch keine chemischen und radioaktiven Stoffe, die festgelegte Parameter überschreiten, enthalten sein dürfen.

  1. Die Aufbereitung des Wassers

Die Trinkwasserverordnung besagt, dass bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser nur Aufbereitungsstoffe verwendet werden dürfen, die in einer Liste des Bundesministeriums für Gesundheit enthalten sind. Somit dürfen nur Stoffe eingesetzt werden, die keine vermeidbaren oder unvertretbaren Auswirkungen auf die Gesundheit und Umwelt haben.

  1. Die Pflichten der Wasserversorger

Die Inhaber einer Trinkwasserverteilungsanlage haben die Pflicht, Veränderungen der Trinkwasserqualität dem Gesundheitsamt zu melden. Sobald das Trinkwasser nicht den vorgeschriebenen chemischen und mikrobiologischen Anforderungen entspricht, müssen zudem sofort eine Untersuchung zur Aufklärung der Ursachen und entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe erfolgen.

  1. Die Überwachung des Trinkwassers

Trinkwasserversorger müssen laut der Trinkwasserverordnung das abgegebene Wasser in regelmäßigen Abständen untersuchen und überwachen. Die Überwachung darf dabei nur von hierzu berechtigten Personen durchgeführt werden. Dabei spielt insbesondere die regelmäßige Überprüfung von Großanlagen in Mehrfamilienhäusern eine Rolle, um eine Ausbreitung von Legionellen und anderen Krankheitserregern zu verhindern.

  1. Straftaten und Ordnungswidrigkeiten

Wer die Vorgaben und Pflichten als Eigentümer nicht einhält, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Trinkwasser, das vorsätzlich oder fahrlässig verunreinigt und an Nutzer abgegeben wurde, gilt als eine Straftat. Die Folgen können je nach Ausmaß mit einer Geldstrafe oder zusätzlich mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden.

Gefährdungsanalyse nach der Trinkwasserverordnung

Wenn bei einer verpflichtenden Trinkwasseruntersuchung nach §14b Trinkwasserverordnung eine Überschreitung des technischem Maßnahmenwertes auf Legionellen ermittelt wird, so ist der Unternehmer oder sonstige Inhaber der Anlage verpflichtet eine Gefährdungsanalyse für das betroffene System erstellen zu lassen. Das Ziel der Gefährdungsanalyse ist dabei, planerische, bau- oder betriebstechnische Mängel einer Anlage festzustellen und Maßnahmen zu deren Behebung zu liefern. Für die Gefährdungsanalyse von Trinkwasser sind somit umfangreiche Fachkenntnisse erforderlich.

Die activ consult berlin unterstützt Sie dabei. Alle relevanten Anlagen vor Ort werden besichtigt und eine technische Expertise anhand der Informationen rund um die Betriebsführung, dem Wasser-Verbrauchsverhalten, dem Temperatur-Monitoring, der Volumenstrom- und Durchflussmessung sowie dem bautechnischen und anlagentechnischen Zustand wird erarbeitet. Die Expertise und das Fachwissen der Beratung stellt sicher, dass Ihr Trinkwasser den Anforderungen, die die Trinkwasserverordnung daran stellt, zu 100 Prozent entspricht.

Das ist ein Gastbeitrag des PfW-Partners acb activ consult berlin GmbH. Verantwortlich für den Text: Geschäftsführer Jörg Drachholtz-Lebedies

Legionellenwissen

In Deutschland werden jährlich bis zu 30.000 Fälle der Legionärskrankheit verzeichnet. Diese werden verursacht durch gefährliche Keime im Trinkwasser, sogenannte Legionellen. Wir zeigen Ihnen, was hinter den Bakterien steckt, welche Gefahren sie mit sich bringen und welche Maßnahmen bei einem Befall erforderlich sind.

Was sind Legionellen?

Bei Legionellen handelt es sich um stäbchenförmige Bakterien, die im Wasser leben. Dabei sind sie sowohl in Oberflächengewässern wie auch im Boden zu finden und im Grundwasser immer in geringen Mengen vorhanden. Auch Trinkwasser aus dem Wasserwerk ist nicht steril, eine niedrige Konzentration von Bakterien ist somit immer vorhanden. In diesen geringen Mengen stellen die Legionellen auch keine Gefahr dar. Problematisch wird es hingegen, wenn sich die Legionellen zu stark vermehren.

Wie vermehren sich Legionellen?

Damit sich die Bakterien vermehren können, müssen zwei Voraussetzungen gegeben sein: Nährstoffe und Wärme. Nährstoffe erhalten die Legionellen unter anderem von Materialien in der Trinkwasser-Installation, wie durch Gummi und Kunststoffe in den Leitungen und Armaturen. Diese fördern auch die Entstehung von Biofilmen und Wuchsbelägen, in denen sich die Legionellen vermehren.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Temperatur. Bei einer Temperatur zwischen 25 und 45 Grad Celsius finden die Legionellen optimale Lebensbedingungen. Unter 20 Grad Celsius findet nur eine sehr langsame Vermehrung statt, ab einer Temperatur von 50 Grad Celsius vermehren sie sich kaum noch. Je höher die Temperatur, umso schneller sterben die Bakterien ab.

Wie kann ich mich mit Legionellen infizieren?

Eine Übertragung und Infektion mit Legionellen geschieht häufig durch zerstäubtes oder vernebeltes Wasser. Dabei verbreiten sich Tröpfchen mit den Erregern über die Luft und werden eingeatmet. So stellen vor allem Duschen, Luftbefeuchter, Wasserhähne oder auch Klimaanlagen eine Infektionsquelle dar. Aber auch in Schwimmbecken kann es durch künstliche Wasserfälle, Fontänen oder Rutschen durch die Wasserversprühung oder -verrieselung zu einer Infektion kommen. Schon eine geringe Keimzahl kann hier ausreichen, um eine schwere Erkrankung zu erzeugen. Dabei sind vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährdet. Bei einer hohen Keimzahl können sich jedoch auch gesunde Menschen infizieren. Beim Trinken kommt eine Ansteckung nur in seltenen Fällen vor, z.B. wenn Wasser verschluckt wird und so versehentlich über die Luftröhre in die Lunge gelangt.

Hinweis: Legionellen werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen!

Wie äußert sich eine Erkrankung durch Legionellen?

Bei einer Erkrankung mit Legionellen lassen sich zwei unterschiedliche Verlaufsformen unterscheiden:

Legionärskrankheit
Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine schwere Form der Lungenentzündung, die unbehandelt bei etwa 10-15 Prozent der Betroffenen tödlich verläuft. Die Inkubationszeit beträgt 2-10 Tage und kann in seltenen Fällen bis zu zwei Wochen andauern.

Pontiac-Fieber
Bei der zweiten Erkrankung handelt es sich um das meist mild verlaufende Pontiac-Fieber. Nach einer Inkubationszeit zwischen 5h und knapp 3 Tagen (im Mittel ein bis zwei Tage) treten meist leichte, grippeähnliche Symptome auf, ohne Lungenentzündung. Zudem sind bis heute keine Todesfälle des Pontiac-Fiebers bekannt.

Bei beiden Erkrankungen treten jedoch Symptome wie Unwohlsein, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Verwirrtheit, Bauchschmerzen und Durchfälle auf.

Legionellen-Anzahl: Ab wann ist es zu viel des Guten?

In der Trinkwasserverordnung ist für Legionellen ein technischer Maßnahmenwert von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) je 100 Milliliter Wasser festgelegt. Wird dieser überschritten, erfolgt eine erneute Untersuchung, um zu überprüfen, ob eine zu rasche Vermehrung stattfindet.
Ist der Grenzwert deutlich überschritten und ein Gefahrenwert von über 10.000 KBE pro 100 Milliliter erreicht, müssen Sofortmaßnahmen wie ein Duschverbot in Kraft treten.
Doch bereits bei einer geringeren Grenzwertüberschreitung muss umgehend eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen.

Welche Maßnahmen gibt es gegen einen Legionellenbefall?

Wichtig ist es die Vermehrung von Legionellen im Leitungssystem so gut es geht zu verhindern.
Dabei gilt es zum einen präventiv zu handeln. Das heißt regelmäßiges Spülen der Wasserleitungen sowie Sicherstellung einer ausreichenden Warmwassertemperatur von mindestens 60°C am Warmwassererzeuger. Darüber hinaus sind Unternehmer und Inhaber einer Trinkwasser-Installation laut der Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, diese regelmäßig auf Legionellen zu untersuchen. Hausbesitzer mit mehr als drei Mietwohnungen müssen das Wasser mindestens alle drei Jahre von einer Fachfirma untersuchen lassen. Bei öffentlichen Gebäuden ist eine jährliche Untersuchung Pflicht. Bei einem Legionellenbefall muss die Trinkwasser-Installation genau begutachtet werden, um festzustellen, wo die Ursache der Verbreitung liegt. Dafür werden weitere Proben entnommen sowie eine Gefährdungsanalyse durchgeführt.

Legionellenbefall vorhanden – was nun? Gefährdungsanalyse mit der acb

Die activ consult berlin GmbH ist Mitglied bei Partner für Wasser und positioniert sich als Ansprechpartner, wenn es um Trinkwasserhygiene und Legionellenbefall geht. Mithilfe der Gefährdungsanalyse werden Vor-Ort-Begehungen durchgeführt, Befunde analysiert mit einem mobilen Trinkwasser-Monitoring mögliche Risiken identifiziert. Auf dieser Grundlage wird ein entsprechender kurz-, mittel- und langfristiger Maßnahmenplan entwickelt. So kann eine Vermehrung von Legionellen auch in der Zukunft erfolgreich verhindert werden.

Das ist ein Gastbeitrag des PfW-Partners acb activ consult berlin GmbH. Verantwortlich für den Text: Geschäftsführer Jörg Drachholtz-Lebedies

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