Grauwasser: für nachhaltige Bewässerungskonzepte

Die Forderungen nach einer verstärkten Nutzung von Regenwasser zur Schonung von Trinkwasserresourcen, zum Beispiel im Bereich der Siedlungsbewässerung, nehmen mehr und mehr zu – das ist aus Gründen der nachhaltigen Wassernutzung und unter Umweltaspekten sicherlich eine gute Idee. So gibt es bei der Stadt Berlin nach aktuellen Informationen Überlegungen, bei der Planung neuer Stadtquartiere verstärkt Regenwassernutzungskonzepte vorzusehen.

Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Kosten zur Trinkwassererzeugung und -aufbereitung ist eine solche Überlegung naheliegend und sicherlich auch nachhaltig gedacht. Neben dem Vorsehen geeigneter Auffang- und Speichersysteme für das Regenwasser (Investitionskosten!) sollte dabei aber auch die Hygiene dieses „Grauwassers“, also gering belasteten Abwassers, bedacht werden. Das bedeutet, dass bei den Regenwasserspeichern auch an eine nachhaltige und umweltfreundliche Entkeimung und die dafür anfallenden Betriebskosten gedacht werden sollte – denn stehendes, lauwarmes Wasser neigt stets zur Verkeimung.

„Auch im Bereich der Industrie wird die Nutzung von Grauwasser zur Schonung von Trinkwasserressourcen immer wichtiger“, sagt Dr. Matthias Brück, Selbstständiger technischer Berater und “Wasser-Doktor” mit Themenstellungen aus dem Bereich der nachhaltigen Unternehmensführung.

 

So gibt es im Rahmen des BMBF-Verbundvorhabens Multi-ReUse zahlreiche Projekte einer mehr oder weniger umfangreichen Zweitnutzung von Grauwasserströmen. Vor diesem Hintergrund hat das IWW in Mülheim bereits vor geraumer Zeit ein Factsheet zu den „Anforderungen an die Wiederverwendung von Wasser in der Siedlungswasserwirtschaft“ verfasst. Hier sind alle wesentlichen Anforderungen für eine solche Zweitnutzung gut zusammengefasst und beschrieben. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen und regulatorische Hürden werden umfassend erklärt.

So wird die Nutzung zur Gartenbewässerung und zur Versorgung von Grünflächen, Bäumen und Rabatten aus Zierpflanzen befürwortet – wenn die Betriebswasserqualität dafür geeignet ist. Eine Nutzung dieses Wassers zur Bewässerung von Gemüse wird dagegen aktuell nicht empfohlen.
Insbesondere, wenn eine Vernebelung dieses Betriebswassers im Rahmen der Bewässerung auftreten kann, wie beim Rasensprengen, ist auf die hygienische Qualität des Wassers zu achten. Andernfalls kann der Spaziergang entlang einer gerade beregneten Grünfläche womöglich erhebliche Gesundheitsgefahren mit sich bringen – beispielsweise, wenn die Legionellenbelastung des Betriebswassers die zulässigen Werte erheblich überschreitet.

 


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